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Die Reform des SGB VIII ist völlig unzureichend – Erziehungsstellen nach § 34 SGB VIII vor dem Aus?!!

Der Reformversuch des SGB VIII ist vor der Bundestagswahl im Dez. 2017 glücklicherweise gescheitert. In der Bundesratssitzung im Nov. 17 kam dieser Punkt auch nicht mehr auf die Tagesordnung. Aber es ist damit zu rechnen, dass die Reform nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben ist.

Diesmal heißt es „Augen auf“ und gleich kräftig einmischen und Beteiligung einfordern, damit es nicht wieder so ein Desaster gibt.

Die sogenannten Hilfen zur Erziehung tragen in Deutschland entscheidend dazu bei, Kindern, Jugendlichen und deren Familien in besonderen Problemlagen passgenaue und wirkungsvolle Unterstützung anzubieten. Die entsprechenden Rechtsansprüche stehen wegen ihrer Kostenentwicklung immer wieder in der Kritik. Dabei wird nach Auffassung des VPK und der Fachwelt übersehen, welche große Bedeutung diese Hilfen für Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarf in Deutschland haben und welche Kosten damit von vornherein vermieden werden. Hilfen zur Erziehung sind insoweit Teil der Lösung und nicht das Problem!

Kleine Erziehungsstellen bzw. qualifizierte Pflegefamilien bieten gute und passgenaue Angebote für Kinder mit sehr spezifischen Hilfebedarfen. Für diese Einrichtungen mit familienähnlichen Strukturen besteht ein hoher Bedarf, der durch den Erhalt dieser wichtigen Betreuungsangebote unbedingt auch weiterhin gedeckt werden muss.



Der im Gesetzentwurf neu eingefügte § 45a, der definieren soll, was eine Einrichtung ist, kann dazu führen, dass Erziehungsstellen nach § 34 SGB VIII zukünftig keine betriebserlaubnispflichtige „Einrichtungen“ mehr sind, also keine sozialpädagogische professionelle Fachfamilien mit  von der Heimaufsicht geprüften Mindeststandards – sondern dass sie zu Pflegefamilien degradiert werden!

Damit wären Qualitätssicherung und -Entwicklung, sowie Kostenträgerschaft und Bedarfsprüfung in einer Hand – der örtlich zuständigen Kommune! Das wollen wir nicht!


Hier das Positionspapier des VPK zur Reform des SGB VIII:


Neu bei uns:

Wir arbeiten seit geraumer Zeit wieder als Erziehungsstelle für einen Jugendlichen. Wir genießen es, dass wir es und im Augenblick erlauben können, nur einen Platz belegt haben.

Bindung ist (fast) alles- Ist ohne Bindung nichts?

Die Arbeit in Erziehungsstellen und Pflegefamilien zeichnen sich dadurch aus, dass sie stark bindungsorientiert arbeiten. Der folgende Artikel aus der VPK Zeitschrift „Blickpunkt Jugendhilfe“ Heft 3+4 2015 enthält eine hervorragende Einordnung der Bindungstheorie in die sozialpädagogische Arbeit von Alexander Trost mit dem Titel:

Wie ist das Leben im Heim (eine Produktion des WDR)